Freitag, 8. September 2017

812 Hoher Gang, Grünsteinscharte, 29 Hölltörl, Montanwanderweg

Heute habe ich mal beide Mädels zu Hause gelassen. Ich hatte hier noch etwas auf der To-do-Liste stehen. Die Grünsteinscharte!
Also habe ich mich heute morgen auf den Weg gemacht, um einen Haken dran zu machen.
Los gings am Parkplatz Zentrum in Ehrwald. Vorbei am Mühlenbach zum Abzweig, der zum Hohen Gang führt. Recht frisch war es noch, aber schon kurz nach dem Abzweig änderte die Topograhie mein Kälteempfinden schlagartig! Die ersten unregelmäßigen Treppenstufen forderten die ersten Schweißdrüsen auf, sofort die Produktion aufzunehmen -
wohlwissend, dass Sie bis zum Sebensee Schwerstarbeit zu verichten hatten. Der Ansteig führt im unteren Teil steil durch den Wald. Nach einem Geröllfeld etwa in Höhe der Coburger Bank kommen einige Stellen, die seilversichert sind. Hier muss man schon wissen, wo man seine Füsse hinsetzt, und schwindelfrei sollte man auch sein!
Die letzten Meter zum Sebensee velaufen etwas Berg ab und durch lichten Wald.
Es hat schon was, alleine an diesem See zu sein! Deshalb lohnt sich ein früher Aufbruch auf jeden Fall!
Der weitere Weg führte mich zur Coburger Hütte am Drachensee vorbei Richtung Tajatörl. Bis zum Abzweig Grünsteinscharte war mir der Weg bekannt und unschwierig zu gehen. Das änderte sich aber hier. Ich wählte den westlichen Abzweig, was eine "schlechte Wahl" war! Erst ging es über Grass und Steine steil Berg ab, um dann in einem Geröllfeld rauf zur Scharte zu kraxeln. Das war
nicht ohne.
Was der Aufstieg versprach konnte der Abstieg halten.
Bis zu dem Abzweig, der südwestlich weiterführt, ging es immer schön durch Geröll Berg ab. Nach dem Abzweig, der nur eine Trittspur ist und auch kaum markiert ist, ging es weiter durch Geröllfelder. Verpasst man den Weg, muss man ein paar Höhenmeter mehr machen! Aber was macht das schon. Zu dieser Jahreszeit nicht viel, aber im Sommer sind ein paar Höhenmeter in der  Hölle eine echte Qual. In der Hölle steht zur Mittagszeit die Sonne drin und das ohne jeglichen Schatten.
Ich war auf jeden Fall froh, ihn gefunden zu haben.

Der Anstieg zieht einem die letzten Körner aus den Beinen und ich war froh als ich oben war!
Der Abstieg zum Marienbergjoch ist dagegen eine Wohltat!
Mein weiterer Weg führte mich über den Montanwanderweg, den ich bisher nur in die andere Richtung kannte. Bis zum Schachtkopf führt er im leichten auf und ab ohne groß Höhe zu verlieren durch Wald und quert einige Geröllfelder.
Ab dem Schachtkopf geht es richtig steil runter und das über Wurzeln und glatte Steine. Also kein Terrain um unkonzentriert zu sein.
Die letzten Kilometer führen auf dem Panoramaweg zwischen Biberwier und Ehrwald in Richtung Ehrwald. Kurz vor dem Ziel durchquert man einen Lärchenwald, in dem man glaubt, hinter jedem Baum steht ein Elb oder Hobbit, aber es sind dann doch nur Kühe!
Nach knapp 26 Kilometern und etwas mehr als 1700 Höhenmetern war ich nach 6:45 reiner Gehzeit am Ziel.
Bilder zur Wanderung.